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Frühjahrsputz

Frühjahrsputz: Ordnung ist das halbe Leben

Ok, Frühjahrsputz kenne ich: Fenster putzen, Couch vorziehen, saugen, wischen, staub putzen, Fliesen abwaschen, Balkon oder Terasse schubben, den Garten machen, ... ja, da gehört wirklich eine Menge zu. Aber es ist nicht nur das Haus, das regelmäßig gereinigt werden will. Auch der Computer verlangt nach einem Frühjahrsputz - zumindest bei mir.

Gerade habe ich den Computer angeschaltet, da kamen mir aus der Cloud auch schon gefühlt eine Million Dateien entgegen. Der Downloadordner quilt über und von sortierter Musik will ich gar nicht reden, da packe ich rein, organisiere die neuste Musik in Playlists und bezahlte bei iTunes Match für den Rest, den ich nie anhöre, jedes Jahr... ja, traurig aber wahr...

Auf dem Server, für den wir jeden Monat eine Menge Geld bezahlen, sind auch gefühlt eine Million Webseiten. Oder zumindest die Daten dieser Webseiten. Denn die Domains existieren schon gar nicht mehr aber, von den Daten habe ich mich noch nicht getrennt. Denn so kann ich sie ja jederzeit wieder holen, nicht wahr?

Digitale Horterities

Das Wort "Digitale Horterities" gibt es wahrscheinlich nicht im Google Keywordplaner. Wahrscheinlich hast auch du es noch nie gehört. Ich denke, ich habe es gerade erfunden. Horten ist eigentlich gar nicht mein Ding, zumindest nicht im "realen Leben".

Am Computer dagegen schon. Ich horte. Daten, die ich wahrscheinlich nie wieder brauche. Überall, in jeder Form: Ich habe fast 11.000 Fotos aus den vergangenen vier Jahren, die ich mit meinem Handy fotografiert habe. Viele davon sind wirklich nur für mich interessant. Sie kommen in meinen Planer und erinnern mich (hoffentlich) an schöne Momente. Manchmal scrolle ich auch auf dem Smartphone durch meine Fotos und siehe da - das ist ein guter Grund, sie nicht zu löschen, oder? Schließlich schaue ich sie mir ja an 🙂

Also bezahle ich auch dafür, jeden Monat an Apple für den Speicherplatz in der Cloud. Meine Festplatte ist noch nicht voll, denn auch hier habe ich 1 TB zuhause und 1 TB im Büro, es dauert also ein wenig, bis alles voll ist.

Hier siehst du einmal einen Screenshot von meinem Desktop und einen aufklappenden Download Ordner. 193 Dateien oder Ordner oder beides befinden sich alleine in dem Ordner. Ja... ich weiß. Und das ist nur mein Download Ordner Zuhause. Leider synchronisiert der sich nicht über die Cloud, so dass ich mindestens noch einmal so viele Dateien auch in demselben Ordner im Büro finde...

Es ist also mal wieder so weit, es muss aufgeräumt werden. Real und digital!

Frühjahrsputz

Da ich Co-Autor des Kurses "Vereinfache dein digitales Leben" bin, sollte mir das eigentlich nicht passieren. Als wir den Kurs gemacht haben, bin ich quasi in einen Computer-Aufräum-Wahn verfallen.

Wenn man nämlich einmal losgelegt hat, ist es schwierig wieder aufzuhören. Denn schließlich will man es dann auch wissen. Dann soll auch die iTunes Bibliothek mit den Covern der Musiktitel versehen sein und natürlich sollen auch die Filme, die auf dem eigenen Computer Platz gefunden haben, 

Warum der Frühjahrsputz wichtig ist

Eines vorab: Um einen Frühjahrsputz durchzuführen, muss nicht unbedingt Frühling sein. Aufräumen, reinigen, ausmisten - das geht zu jeder Jahreszeit. Denn beim Frühjahrsputz passiert etwas ganz wichtiges: Man erneuert sich. Wie der Frühling auch alles um uns herum erneuert, sorgt der Frühjahrsputz dafür, dass du das Gefühl hast, wieder bei "null" anzufahren. Putzen, aufräumen, reinigen - du kannst es nennen wie du magst, führt aber auch zu einem inneren Frieden. Nein, ich habe jetzt nicht vor, philosophisch zu werden. Aber reinigen befreit - im wahrsten Sinne des Wortes - nicht nur vom Dreck sondern eben auch den Geist. 

Beim Putzen die Seele aufräumen

Denn wenn die Seele aufgeräumt ist, so die Philosophin und Biologin Nicole C. Karafyllis, fühlt sie sich wieder wohl. Wir fühlen uns innerlich stärker und geordneter. Außerdem können wir mit Problemen besser umgehen, wohl nicht zuletzt, weil wir einen geordneten Rückzugsort haben, an dem wir auch einmal nachdenken können.

Ist dagegen jemand vom Putzen nahezu besessen, ist er oft von Ängsten geplagt. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Typen. Manche Menschen putzen, um die Kontrolle zu behalten, das wiederum auf Unsicherheit beruht. Wieder andere haben ein abhängiges Selbstbild und benötigen die Bestätigung von anderen Menschen. 

Ein mental gesunder Mensch gehört zu denen, die eine "normale" Durchschnittsordnung haben, die jeder für sich definiert. Diese Definition hängt nämlich davon ab, wie man aufgewachsen ist und sozialisiert wurde.  Man beginnt schon sehr früh mit der Verinnerlichung von Selbstbildern und -konzepten. Wer immer als unordentlich bezeichnet wurde, wird das schnell verinnerlichen und auch nicht zu einem ordentlichen Erwachsenen werden.

Verstecktes Chaos

Wer also nicht gerade eine chaotische Wohnung hat und eher an den hier erwähnten digitalen Horterities leidet, wird wohl nicht sobald entdeckt. Ehrlich gesagt, diese Eigenschaft lässt sich prima verstecken. Computer aus und das Chaos ist beseitigt. Dank der Spotlight Suche und der mittlerweile von der Suche lesbaren Dokumente, werde ich eher dafür bewundert, dass ich alle Dokumente, Bilder, etc. wiederfinde, die andere längst gelöscht haben.

Ich muss mir keine komplizierten Ordnerstrukturen merken. Ich gebe einfach den Suchbegriff ein und... Ende. Ich finde mein Dokument, Foto, Video oder Musikstück. Meine digitalen Horterities fallen also nicht weiter auf und auch nicht dem Frühjahrsputz zum Opfer.

Es sei denn... ja, es sei denn, ich fühle mich irgendwann "auf" dem Gerät, an dem ich einen nicht unerheblichen Teil meines Tages verbringe, unwohl.

Es ist so weit: Aufräumen ist angesagt

Für mich ist immer der Punkt, an dem ich meinen Computer aufräumen muss, erreicht, wenn ich nicht mehr weiß, was überhaupt in den Ordnern steckt. Auch, wenn ich meine Lesezeichen gar nicht mehr verwende, weil dort so viel Müll lagert, das ich das Gefühl habe, das ich lieber die Augen vor all dem verschließe, ist es Zeit für das "virtuellen Putzen", ein Frühjahrsputz muss her!

Es gibt Bücher und Online Kurse, die sich eben genau mit dem Thema beschäftigen: Putzen, aufräumen, ausmisten. Aber keiner scheint sich mit der digitalen Version zu beschäftigen. Aus diesem Grund haben wir auch vor einiger Zeit den Kurs "Vereinfache dein digitales Leben" erstellt. Eben Frühjahrsputz auf dem Computer.

KonMari Methode

Online Kurs: Tidy up your Home. The KonMari Method*

Wer tiefer in die Materie einsteigen möchte und glaubt (oder weiß), dass auch das Ausmisten Zuhause gut tun würde, dem sei die KonMari Methode ans Herz gelegt. Die Japanerin Mari Kondo reinigt, organisiert und putzt alles kurz und klein - oder besser, sie verhilft, ihren Klienten zu einem aufgeräumteren Leben, nicht nur beim Frühjahrsputz!

Die KonMari Methode als Buch

Passend zum Online Kurs gibt es auch noch ein Buch von der KonMari Methode. Ich habe den Anfang bereits gelesen und finde es sehr inspirierend. Ich bin zwar nicht unbedingt der Meinung, dass mein Zuhause einer Entrümpelung bedarf (habe ich bereits bei der Renovierung erledigt) aber das Grundprinzip ist super: Wer aufräumt, sich vom Ballast befreit und generell dem Massenkonsum den Kampf ansagt, hat quasi "mehr vom Leben", da er entspannter ist und definitiv weniger Zeit mit Aufräumen und Organisieren seines Hab und Guts verbringt.

Das digitale Chaos beseitigen

Wenn du erst einmal, so wie ich, damit beginnen willst, dein digitales Chaos zu beseitigen, habe ich hier einen kurzen Schritt-für-Schritt Plan für dich. Ich habe mir den ausgedruckt, an den Computer gelegt und ihn Schritt für Schritt abgearbeitet - siehe da: Nicht nur mein Computer sieht nun ordentlicher aus, auch in der Abstellkammer stapeln sich nicht mehr gefühlt eine Million Ordner, da ich die Papiere alle mit dem ScanSnap* eingescannt habe (den benötigst du natürlich nicht, ein normaler Scanner tut es auch, mit dem ScanSnap geht es nur schneller).

  • Programme Ordner: Deinstalliere unnötige Programme von deinem Computer
  • Programme Ordner: Alle Programme, die du schon 3 Monate nicht mehr benutzt hast, kannst du löschen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie nur unnötig Speicherplatz einnehmen und dir die Übersicht erschweren
  • Dokumente Ordner:  Lösche unnötige Ordner
  • folder-open
    Dokumente Ordner: Welche Ordner kannst du zusammenführen?
  • folder-open
    Dokumente Ordner: Lege dir 5 Ordner in deinem Dokumente Ordner an, in diese erstellst du Unterordner
  • folder-open
    Dokumente Ordner: Sortiere deine Dokumente in die neuen Ordner, benenne sie gegebenenfalls um
  • folder-open
    Fotos: Öffne deine Bilder und lösche alle Schnappschüsse, die du „nur so“ gemacht hast. Dies kannst du entweder direkt auf deinem Mac machen oder aber du gehst auf iCloud.com, loggst dich dort ein und löscht unnötige Fotos direkt aus der Cloud.
  • folder-open
    Fotos: Es ist eine gute Idee deine Fotos mit Tags zu versehen und so zusammenzufassen. Dies ist aber ziemlich aufwendig und bei einer ersten, groben Reinigung nicht nötig
  • folder-open
    Musik: Bezahlst du iTunes Match? Benötigst du wirklich alle Lieder, die in deiner Bibliothek sind? Hörst du die noch alle? Vielleicht ist es eine gute Idee die iTunes Mediathek auszulagern und „neu“ zu beginnen - einfach nur mit den Liedern, die du noch hörst. Die andere Mediathek lagerst du einfach auf einer externen Festplatte. So geht dir nichts verloren, du musst aber auch nicht unnütz Geld für etwas ausgeben, das du gar nicht nutzt.
  • folder-open
    Musik: Lege dir Playlisten mit den Liedern an, die du regelmäßig hörst. Alle anderen Lieder dürfen in der Cloud bleiben oder als Backup auf deiner Festplatte liegen.
  • folder-open
    Filme: Heute ist es die beste Lösung Filme, die du unbedingt besitzen möchtest, über iTunes oder Amazon zu kaufen. Mit dem Service hast du jederzeit Zugriff auf die gekauften Filme. Ansonsten kannst du dir viele viele Filme bei Amazon Prime, Maxdome oder Netflix ansehen. Vielleicht eine Alternative statt alle DVDs zu besitzen?
  • folder-open
    Desktop: Liegt auf deinem Desktop auch jede Menge rum? Dann hast du jetzt die Chance die Dateien in die neu angelegten Ordner einzusortieren
  • folder-open
    Liste: Wenn auf deinem Desktop, wie bei mir auch, Dinge gespeichert sind, damit ich sie nicht vergesse, ist die Zeit für eine To-Do Liste reif Lege in den Notizen oder unter Erinnerung eine Liste an und fülle sie mit allem, was du machen musst. So kannst du deinen Desktop getrost aufräumen
  • folder-open
    Sortiere alle Dateien aus deinem Download Ordner in die neu angelegten Ordner

Worksheet zum Download

Du kannst dir die Liste mit den oben aufgeführten Punkten (zum Abhaken) hier herunterladen. Wie gesagt: Leg sie dir einfach auf den Schreibtisch und arbeite jeden Tag ein wenig an einem aufgeräumten Computer. Auch ein wenig Aufräumen ist besser als gar nichts zu tun. Wer gar nichts macht, riskiert, wie in seinem Zuhause auch, dass er wahllos zumüllt.

Wenn du noch tiefer in die Materie einsteigen willst, schau dir unseren Online Kurs an:

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